Die Schrittmacher- und ICD-Abfrage

Herzschrittmacher werden zur Behandlung des zu langsamen Herzschlages eingesetzt, auch wenn z.B. notwendige Medikamente die Ursache sind.
Das eigentliche Schrittmacheraggregat wird dabei unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeines eingesetzt und mittels eines oder zweier in einer Vene zum Herzen führenden “Kabel” (Elektroden) mit dem Herzen verbunden.
Wie jedes andere technische Gerät bedürfen sowohl Schrittmacher als auch die Elektroden (die verrutschen oder in seltenen Fällen brechen können) der regelmäßigen Überwachung.
Hierzu stellt jeder Hersteller ein spezielles Programmiergerät zur Verfügung, in dessen Gebrauch eine regelmäßige Einweisung vorgeschrieben ist.
Die Nachsorge von Menschen mit Schrittmachern (und ICDs, siehe unten) ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis. Wir verfügen daher über die aktuellen und auch mehrere der für die Abfrage älterer Schrittmacher notwendigen Programmiergeräte der Firmen:

    -  Biotronik
    -  Boston
    -  CPI
    -  ela medical
    -  Guidant
    -  Intermedics
    -  Medtronic
    -  Pacesetter
    -  Siemens
    -  Sorin
    -  St. Jude Medical und
    -  Vitatron.

Implantierbare Defibrillatoren (ICD, “Defi”) erhalten Menschen, die einen durch schnelle Rhythmusstörungen bedingten “plötzlichen Herztod” erlitten haben oder - zunehmend - aufgrund einer Herzschwäche stark von einem “plötzlichen Hertod” gefährdet sind.
Die Geräte sind in der Lage, diese Herzrhythmusstörungen zuverlässig zu erkennen und durch Stimulation oder notfalls Abgabe eines elektrischen Impulses (“Schock”) zu beenden.
Während die Geräte früher vom Herzchirurgen implantiert werden mussten, kann die Implantation heute von erfahrenen Kardiologen im Herzkatheterlabor durchgeführt werden. Dabei werden Elektroden wie beim Herzschrittmacher verwendet, die aber wesentlich dicker und steifer sein müssen.
Die Abfrage und Nachsorge erfolgt wie beim Schrittmacher durch Programmiergeräte von außen, meist in viertel- oder halbjährlichem Intervall. Unsere Praxis gehörte zu den ersten in Baden-Württemberg, die solche Kontrollen durchgeführt hat.
Wenn ein ICD einen Schock abgibt ist dies kein Notfall, sondern dies entspricht seiner Funktion. Beim ersten Schock eines ICD sollte stets durch eine Abfrage am nächsten Werktag geprüft werden, ob das Gerät richtig reagiert hat und ob vielleivht Einstellungen angepasst werden müssen.
Wenn ein ICD aber mehrere Schocks abgibt sollte ohne Zeitverzug geprüft werden, ob tatsächlich eine - dann meist medikamentös behandlungsbedürftige - Rhythmusstörung vorliegt; auch ein Defekt am ICD oder (häufiger) den Elektroden kann natürlich fehlerhafte Schocks auslösen.
Mitunter werden ICDs auch als sog. “Dreikammerschrittmacher” verwendet, wenn Sonderformen einer Herzschwäche es erfordern, dass die beiden Herzkammern über getrennte Elektroden versorgt werden. Auch diese Geräte (auch “CRT-D” genannt) werden bei uns kontrolliert.
Bei Problemen verfügen wir über persönliche Kontakte zu speziellen Fachabteilungen für Herzrhythmusstörungen - z.B: an der Universitätsklinik in Ulm - sodass oftmals ohne direkte Patientenvorstellung dort Umprogrammierungen mit der dortigen Fachkompetenz hier in Aalen erfolgen können. Nur in seltenen Einzelfällen wird eine Vorstellung im Zentrum notwendig.
 

Wichtig für alle Patienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren ist, dass Untersuchungen im Kernspintomografen in aller Regel (von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen) nicht durchgeführt werden dürfen, weil die Elektroden, das Gerät und auch das Herz Schaden nehmen können. Wir mussten vor einigen Jahren schon einen ICD nach einer Kernspintomografie austauschen lassen!
Auch sollten Sie Kontrollanlagen an Flughäfen meiden (Handkontrolle! Ausweis mitführen!) und auch Kontrolleinrichtungen in Kaufhäusern oder Büchereien zügig durchqueren.

Menschen mit einem ICD dürfen nach einem Schock kein Kraftfahrzeug führen! Im Falle eines Unfalles können wegen “grober Fahrlässigkeit” sogar haftungsrechtliche Probleme auftreten. Im eigenen Interesse sollten sie auch Tätigkeiten meiden, die bei Auftreten einer Bewusstlosigkeit zu Eigen- oder Fremdgefährdung führen können (z.B. Schwimmen, Bergsteigen, auf Leitern steigen).

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